Budapest
Ungarn
Kein Zufall, dass viele Filmemacher Budapest als Kulisse gewählt haben. EVITA (1996) zum Beispiel – die meisten Szenen wurden nicht in Buenos Aires, sondern in Budapest gedreht. Wer durch die Stadt spaziert, im Schatten der Staatsoper oder über den eleganten Szabadság tér, den Freiheitsplatz im V. Bezirk, der sieht und spürt es sofort. Budapest beeindruckt, ist Metropole und Kurstadt. Ist Paris, Florenz und Wien in einem. Viele Gebäude wurden hier kopiert. Etwa der Palais Batthyány, ein exaktes Abbild des Palazzo Strozzi in Florenz. Ein Muss: das Burgviertel. Pastellfarbene Häuser in der Herrengasse, von ihren Besitzern gebaut, um dem Königspalast nahe zu sein. Oder die Nationalgalerie. Oder das Labyrinth: Es diente auch als Gefängnis. Sein bekanntester Insasse: Vlad Tepes aus Transsylvanien, der als Graf Dracula in die Geschichte und in Geschichten einging. Und noch ein Tipp: Durch Budapest lässt man sich am besten einfach treiben. Denn dann stößt man immer wieder auf zauberhafte Geschäfte wie die «Madison Perfumery». Sie logiert in den Räumen einer Apotheke aus dem 19. Jahrhundert. Betörend sind nicht nur die Düfte, sondern auch die Möbel und Accessoires im Hinterzimmer, alles Originale.
Wien
Österreich
Wien? Das ist die Stadt der Klassik. Das sind Mozart und Strauß. Das ist Streetart am Sandstrand und Gaudi im Grünen. Das ist Bohème und Bürgertum und feinstes Barock. Und natürlich Jugendstil. Das sind schlecht gelaunte Kellner in großartigen Kaffeehäusern. Das sind Sigmund Freud und Gustav Klimt und Adolf Loos und Friedensreich Hundertwasser und Sisi und all die anderen. Das sind Heurige und Beisl, Institutionen schon fast. Das ist die Hofreitschule, ein Ereignis für Pferdeliebhaber. Und natürlich ist es die Stadt des Schmäh und der Skandale, an denen sich die Wiener vergnüglich laben wie die Kühe am frischen Gras auf der Alm. Last but not least: Wien ist die Stadt an der Donau. Obwohl sie das nicht immer war. Denn der Donaustrom vor Wien ist ein künstliches Gebilde, wurde erst im 19. Jahrhundert geschaffen. Zuvor floss die Donau noch in vielen Armen durch Auen und unbewohntes Gebiet an Wien vorbei. Heute kann auch die Riverside Mozart direkt vor der Stadt anlegen. Und dann geht es los. Staunen, wundern und sich freuen. Wien ist ein Traum.
Bratislava
Slowakei
Sollte das Wort Mutation im Falle einer Stadt seine Berechtigung haben, dann sicherlich, wenn es um Bratislava geht. Einst galt sie als graue Maus, seit der Jahrtausendwende ist sie neben Wien und Budapest so etwas wie eine Perle an der Donau. Klein und kompakt und leise. Ihre Pracht zeigt sie auf der Burg, aber auch und vor allem in der Altstadt. Dass den feinen Gebäuden wie etwa dem Rokoko Palais Esterházy, in dem einst der russische Komponist Anton Rubinstein lebte, ausgerechnet ein Kanalarbeiter Konkurrenz macht, spricht auch für den Humor der Slowaken: Sie haben ihm wie vielen anderen ein Bronzedenkmal gewidmet. Cumil (Mann bei der Arbeit) heißt die Skulptur des Künstlers Viktor Hulík. Schelmisch schaut er aus einem Gullideckel den Passanten wie ein Gaffer hinterher. Staunen vor Statuen – das ist ein Thema in dieser schmucken Stadt.
Passau
Deutschland
Passau ist zunächst einmal Universitätsstadt. Deshalb ist sie jung und voller Leben. Und dann sind da die drei Flüsse Donau, Inn und Ilz, die in der Stadt zusammenfließen und ihr einen besonderen Charakter verleihen. Sonst noch was? Logisch. Krachend viel Barock, ein Klosterviertel, wunderschön, und die Veste Oberhaus, seit dem Mittelalter eine Festung.
Nürnberg
Deutschland
Feines Holzspielzeug, Springfrösche und Spieldosen aus Blech, buntes Geschirr und Papeterie – alles in Manufakturen von Hand gemacht. Der Handwerkerhof in Nürnberg ist perfekt für kleine und originelle Souvenirs von der Reise. Denn nach so einer besonderen Flusskreuzfahrt werden die Liebsten daheim bestimmt fragen: Hast Du mir was mitgebracht? Wer in Nürnberg war, bringt auch Geschichten mit zurück. Zum Beispiel vom Besuch im Albrecht-Dürer-Haus, vom Flanieren durch die Altstadt mit der Kaiserburg und den Kirchen und den mittelalterlichen Festungsmauern, vom Reichsparteitagsgelände, wo die Nationalsozialisten ihre Parteitage abhielten und wo später die Nürnberger Prozesse stattfanden. Vom Ehekarussell, einem Brunnen mit überlebensgroßen Bronze-Figuren, die das «bittersüße eheliche Leben» thematisieren. Und vom Henkershaus. Da gibt es viel zu erzählen.
Bamberg
Deutschland
Bamberg ist der nordbayerisch gewordene Traum von einer Stadt. Mit dem Charme aus dem Mittelalter und mit denkmalgeschützten Gebäuden, ja, mit barocker Prachtarchitektur, um es genauer zu sagen. Neben zahlreichen Museen und historischen Sehenswürdigkeiten kommen Bierkenner und Liebhaber in Bamberg in etwa so auf ihre Kosten wie Weinliebhaber bei einem Top-Winzer. Bier ist in der Stadt so etwas wie das Herzblut. Es gibt zahlreiche Brauereien und jede Menge Gaststätten. Aber die besuchen Sie besser erst nach einer Tour durch die Stadt. Denn hier sollten Sie zunächst Folgendes nicht verpassen: die Alte Hofhaltung (einst Wohnstätte der Bischöfe), den Dom (aus dem Jahre 1002) und die Neue Residenz (Was für Prachtsäle!) mit dem von Balthasar Neumann entworfenen Rosengarten (Was für ein Ausblick über die Altstadt). Und als kleine Zugabe, schließlich sind Sie ja auf einer Flusskreuzfahrt: in Bamberg gibt es die Schleuse 100. Es ist die letzte Schleuse des unter König Ludwig I. erbauten Ludwig-Main-Donau-Kanals. Sie wird noch von Hand betrieben. Das Schleusenwärterhäuschen ist zauberhaft.
Würzburg
Deutschland
Bayern und Barock. In Würzburg kracht es nur so davon. Eines der Hauptwerke ist die Residenz der Stadt, eines der bedeutendsten Schlösser in Europa, von Balthasar Neumann entworfen, 1720 bis 1740 gebaut und von der UNESCO geschützt. Im Treppenhaus kommt jeder Besucher ins Staunen: Was für ein Fresko! Das größte zusammenhängende Fresko der Welt. Noch Fragen? Dann geht’s weiter in die Stadt, ein barockgewordener Traum. Und schließlich geht es über die älteste Brücke über den Main (keine Angst, sie wurde immer wieder aufwändig restauriert) zur Festung Marienburg, die über 400 Jahre Residenz der Würzburger Fürstbischöfe war. Von hier oben blickt man hinunter auf die alte Universität mit ihren Kuppeln und Türmen. Was für ein Ausblick! Vielleicht noch ein Besuch auf dem Kunstschiff ARTE NOAH? Es ist eine der wenigen schwimmenden Galerien in Deutschland.
Köln
Deutschland
Köln, das sind Tünnes und Schäl, das sind Giebelhäuser an der Rheinfront, das ist der Alte Markt mit Cafés und Straßen, durch die im Frühjahr der Karneval und im Sommer die Gay Community beim Christopher Street Day zieht. Das sind Bewohner der Stadt, die für ihre lässige, humorvolle und freundlich-direkte Art bekannt sind. Das sind Kunsttempel wie das MAKK oder das Museum Ludwig mit der umfangreichsten Pop Art Sammlung Europas. Und das ist natürlich der Dom, das Meisterwerk der Gotik, 157 Meter hoch, mit dem weltbekannten Dreikönigsaltar und der Schatzkammer und der Aussichtsplattform, die man über 509 Stufen erreicht. Und Köln, das ist das Kölsch, ein herrlich süffiges Bier, das man aus kleinen Gläsern trinkt, von denen man dafür aber gerne zwei, drei oder vier nimmt. Na denn, prost!
Amsterdam
Niederlande
Gassen, Grachten und immer wieder van Gogh. Amsterdam ist eine der spannendsten Städte Europas. Das historische Zentrum wurde auf fünf Millionen Fichtenstämmen gebaut. Die Erlebnisse in der Stadt sind ohne Zahl. Am neugestalteten Museumsplatz sind Gemälde berühmter Maler zu bestaunen. Rembrandt und Vermeer im Rijksmuseum, Van Gogh wurde gleich ein eigenes Museum gewidmet – die Audiotour ist ein echtes Erlebnis: eine berührende Reise in das Leben des Künstlers, der sich im südfranzösischen Arles nach einem Streit mit Gauguin ein Ohr abgeschnitten hatte. Eine andere, aber ebenfalls berührende Geschichte zeigt das Anne Frank Haus. Und wer durch die Amsterdamer Altstadt flaniert, erlebt echte Kontraste – mit der Chinatown, mit dem ersten in Europa errichteten buddhistischen Tempel und mit dem berühmten Rotlicht-Viertel.
Strasbourg
Frankreich
Gut möglich, dass Ihnen beim Schlendern und Flanieren durch Strasbourg immer mal wieder ein WOW entfleucht. Was man hier zu sehen bekommt, ist beeindruckend und berührend und ganz einfach nur schön. Zum Beispiel das von Fachwerkbauten umzingelte Münster mit buntem Schmuckglas aus dem 12. Jahrhundert und einem der höchsten Kirchtürme der Welt (142 Meter). Oder die Schleusenbrücke (17. Jhd), die man ohne Übertreibung als grandioses Kunstwerk des Ingenieurs Barrage Vauban bezeichnen darf. Und das ist noch lange nicht alles: Schlendern Sie unbedingt durch das «Quartier des Tanneurs». Fachwerk vom Feinsten. Gassen mit Kopfsteinpflaster. Überdachte Brücken. Im Mittelalter lebten und wirkten hier Fischer, Gerber und Müller. Die Architektur aus dieser Zeit ist nahezu perfekt erhalten. Wenn Sie anschließend eine kleine Pause benötigen, um die Schönheit zu verdauen: In dem einstigen Gerber-Viertel gibt es gemütliche Bistros.